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Dienst nach Vorschrift (AT)
 Essay / Filmisches Essay / Kinodoku

Wie wirken verdrängte historische Schuld und institutionelle Kälte über Jahrzehnte in das private Leben hinein und welchen Anteil hat die Vergangenheit an den psychischen Ausnahmezuständen nachfolgender Generationen?
Das filmische Essay widmet sich als ruhige, beobachtende Milieustudie den unsichtbaren Mechanismen transgenerationaler Traumata. Ausgangspunkt ist eine Spurensuche in norddeutschen und westfälischen Archiven sowie an historischen Erinnerungs- und Gedenkorten im Raum Westfalen. Anhand von Entnazifizierungsakten eines ehemaligen Polizei-Verwaltungssekretärs, dessen Verstrickung in den NS-Apparat nach 1945 hinter einer unbescholtenen Beamtenexistenz verborgen blieb, sowie historischen Krankenakten einer Psychiatrie untersucht das Projekt die feinen Linien zwischen staatlichem Funktionieren und familiärer Abwehr.
Ohne voyeuristische Enthüllungen vermisst die Kamera in strengen, statischen Einstellungen die Räume des Geschehens: Nachforschen in Verwaltungsakten, die Stille heutiger Gedenkorte und die bürgerliche Kultur der Hausmusik als Ort strenger Form und sprachloser Bewältigung. Es entsteht eine filmische Archäologie über das Schweigen der Nachkriegsgeneration und dessen Nachhall im Heute.

Förderung & Partner:

Das interdisziplinäre Recherche- und Kulturprojekt „Dienst nach Vorschrift (AT)” wird gefördert durch die Kulturabteilung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL)



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